Mail an Thomas Friedrich
Thomas Friedrich Marokko Bildergalerie

Euskirchener Marokko-Aussteiger!
Von der Olivenplantage zum Pflanzenforscher

„Wenn nichts mehr da war, wurden eben Igel gegessen“
 

21 Jahre alt war Thomas Friedrich aus Kirchheim bei Euskirchen, als er das erste Mal als Urlauber Marokko besuchte. Als ganz normaler Tourist durchstreifte er das Land. Das sich der heute 31jährige zehn Jahre später einmal eine Existenz dort aufbauen würde, konnte er damals noch nicht ahnen. 1995 beendete der Kirchheimer seine agrarwissenschaftliche Ausbildung. Bei seiner Suche nach einem geeigneten Werdegang unternahm er eine Informationsreise nach Marokko und schon nach kurzer Zeit war es um ihn geschehen: genau dort wollte er leben und arbeiten. „Ich kann nicht morgens um neun ins Büro hinein- und um fünf wieder herausgehen“, erklärt Friedrich. „Darum sah ich das Land auf dem afrikanischen Kontinent einfach als eine Herausforderung an und wollte es dort schaffen.“

Schon einige Monate später, im Frühjahr 1996, fuhr er wieder runter, suchte sich einen marokkanischen Partner und kaufte ein Stück Land. 10 Hektar nannte er nun sein Eigentum, 100.000 karge Quadratmeter zwischen den letzten Südausläufern des Hohen Atlasgebirges und den ersten Dünen der Sahara gelegen. Sein Plan war, dort innerhalb kurzer Zeit eine Olivenplantage und ein Wohnhaus mit dazugehörigem Brunnen zu errichten. „Wir hatten nichts dort. Die nächste Stadt war 40 Kilometer und die nächste Tankstelle bleifreies Benzin 250 Kilometer entfernt. „Nur um mal eben tanken zu fahren legte ich eine Strecke in der Länge von Euskirchen bis Frankfurt zurück!“, erinnert er sich. Neben seinem Auto besaß Friedrich nur ein Drei-Mann-Zelt, in dem mit vier Leuten geschlafen wurde. Auch als Kochstelle diente die Notunterkunft – und das für teilweise bis zu zehn mithelfenden Nomaden. Das monatelange Zelten brachte Friedrich und seine Leute an den Rand der Belastbarkeit. Fast jede Nacht peitschte der Wind den Sahara-Sand gegen die dünne Plane und riss sie aus der Verankerung, tagsüber brannte die Sonne und klebte die Kleidung an den Körper. „Ordentlich waschen ging dort nicht. Und wenn keine Vorräte mehr da waren, wurden eben Igel gegessen.“, berichtet der Kirchheimer. Besonders das Buddeln nach Wasser habe sich in der Einöde als richtige Strapaze entpuppt. „Nach sieben Metern trafen wir auf Fels, ab da konnte nur noch mit Dynamit weiter gearbeitet werden..“

Einige Monate später stand das Häuschen mit dem Brunnen und die Olivenplantage wuchs. In den nächsten zwei Jahren reiste Friedrich immer mal wieder nach Deutschland, um sich ein wenig Geld zur Erhaltung der Plantage dazuverdienen zu können. Bei seiner Rückkehr herrschte stets das gleiche Bild: Polizeichef und Bürgermeister  der nächsten Ortschaft luden ihn ein und die ärmeren „Nachbarn“ freuten sich über mitgebrachte Medikamente aus Deutschland.

Die kleine marokkanische Farm des Kirchheimers gedieh immer mehr, als im Frühjahr 1998 ein deutsches Biotechnologieunternehmen auf den Abenteurer aufmerksam wurde. Dieses Unternehmen forscht nach neuen Wirkstoffen für die pharmazeutische Industrie. Hierzu trägt es Wild- und Heilpflanzen aus aller Welt zusammen, um deren Heilwirkung bei Viren, Tumoren oder ähnlichen ernsthaften Krankheiten feststellen zu können. In Nordafrika ist Friedrich seitdem der einzige „professionelle Pflanzensammler“ des Unternehmens. Gemeinsam mit einem Dolmetscher, der unterschiedliche Stammessprachen und Dialekte spricht, zieht er durch das Land und besucht entlegene Nomaden- und Berberstämme im Hochgebirge und in der Wüste, um sie nach ihrem Wissen über mögliche Heilpflanzen zu befragen. Die Aufgabe des Pflanzensammelns an sich sei nicht gerade einfach, berichtet Friedrich. Für nur drei Milligramm Reinsubstanz, mit der die Wirkung erforscht werden kann, sind drei Kilo frische Pflanzen nötig. „Diese Zahl muß erst einmal gefunden werden, gerade bei seltenen Pflanzen.“

Mit der Zeit nahm der Pflanzenforscher auch schon andere Aufträge in anderen Teilen der Welt an. Erst kürzlich kehrte er von einer Forschungsreise aus Polen zurück und bereitet sich gerade auf eine große Winter-Exkursion zu den Kap Verdischen Inseln vor. Die Plantage und sein Haus in Marokko dienen Friedrich immer noch als „Ausgangsbasis“ und Nebenbeschäftigung. Während seiner Abwesenheit kümmert sich sein marokkanischer Partner um die Früchte.

Artikel aus der Zeitschrift „Eifel Magazin“ vom September 1999

 

I n h a l t

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001  Rieseneidechse
007  Landschaft bei Beni Tajjite
008  Nur wenige Tage im Jahr wasserführend
009  Olivenbäume mit Eseln aus einem nahen Bach bewässern
010  Olivenbäume mit Eseln aus einem nahen Bach bewässern
011  Brunnenbau
012  Brunnenbau
013  Turbine zur Wasserförderung
014  Schaulustige
015  Die Pumpe wird installiert
022  Tote (tödliche) Hornviper. Sie wollte uns zuvor im Zelt besuchen
021  Trinkwasser aus einer fernen Quelle
017  12 Meter in die Tiefe: Förderrohre
023  Nächtlicher Besucher: Wüstenspringmaus
024  Gefangener Skorpion
027  Löcher für eine Sprengung werden gebohrt
028  Schnell hochkurbeln, denn die Zündschnüre brennen schon am Dynamit
030  Beni Tajjite
031  Stadteinfahrt
032  Innenstadt
033  Warten auf die Sprengung im Brunnen

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034  Überprüfen der Dynamitstangen
035  Thomas mit Schlange
036  Wüstenbewohner: Dornschwanz
037  Zur Pflanzung bereitstehende Olivenbäumchen
038  Verlassene Siedlung
041  Pflanzerkolonne
042  Ein Igel wird geschlachtet
040  Hausbau aus Lehm
044  Krankenhaus von Beni Tajjite
053  Neugierige Besucher kamen andauernd
054  Ausblick vom Hausdach über das eigene Grundstück
055  Vorne Brunnenbau, hinten das noch unbepflanzte Land
060  Erste Bewässerung der kl. Olivenbäume
061  Mohamed mit Olivenbaum
062  Lehm zum Hausbau wird vermengt
063  Auch das Dach ist aus Lehm
064  Dachgerüst
065  Frontseite
091  Zufahrt zur Plantage
092  Nachbardorf Ait Wassaque

 

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093  Fremde Autos sind eine Attraktion (Gourrama)
094  Zickzackdorn wird gerodet
095  Zickzackdorn wird gerodet
096  Wünschelrutengänger
097  Flussuferbepflanzung als Befestigung
098  Flussuferbepflanzung als Befestigung
099  Problemzone bei Regenflutwasser
100  Said putzt den Opel
101  Erdhörnchen gesichtet
102  Sonnenuntergang
103  Vorislamisches Brauchtum: Eine Opferziege vertreibt böse Geister beim Brunnenbau
104  Vorislamisches Brauchtum: Eine Opferziege vertreibt böse Geister beim Brunnenbau
105  Vorislamisches Brauchtum: Eine Opferziege vertreibt böse Geister beim Brunnenbau
116  Besuch von der Landwirtschaftskammer
117  Umpflügen
122  Pflanzarbeiten
123  Pflanzarbeiten
124  Pflanzarbeiten
125  Pflanzarbeiten
126  Kies für den Beton wird im Flussbett geholt
121  Tagelöhner
127  Tagelöhner

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131  Seltener Anblick im Winter: Weiße Bergspitzen
132  Seltener Anblick im Winter: Weiße Bergspitzen
133  Lehm wird gestampft
134  Einweichen des Bodens zur Lehmgewinnung
135  Gemeinsames Frühstück
136  Traktorarbeiten
137  Traktorarbeiten
138  Traktorarbeiten
139  Traktorarbeiten
140  Traktorarbeiten
141  Traktorarbeiten
142  Traktorarbeiten
143  Teepause
144  Brunnenbau
145  Neue Bäume sind angekommen
146  Baumschule in Meknes
147  LKW wird mit 4000 kleinen Bäumen beladen
148  Mist wird spätabends abgeladen
149  Bauholz
150  Bevor das Haus fertig war: Drei Monate im Zelt
174  Einige Jahre später: Installation der Tröpfchenbewässerungsanlage
175  Einige Jahre später: Installation der Tröpfchenbewässerungsanlage

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176  Bewässerungsschläuche
177  Bewässerungsschläuche
178  Wasserfilter
179  Viele Hände, schaffen schnell ein Ende
181  Brunnenbau in der Endphase
184  Trocknen von Heilpflanzen
185  Hofhunde "Schneider" und "Faska"
192  Pfahlrohrpflanzen als Flussuferbefestigung
224  Boden wird geebnet
225  Boden wird geebnet
226  Alle aus einem Topf: Mittagessen
228  Besucher aus Deutschland
229  Lehmgrill
232  Mouley Youssef am Förderzug
233  Kontrollierender Blick
234  Der Dieselmotor wird gestartet

Seite 06

002  Wüstenschiff!
004  Der Kamelmetzger von Errachidia
005  Umgebung von Rissani
006  Einöde bei Jorf
018  In den Bergen neben dem Ziz-Fluss
025  Marktplatz von Rich
026  Marktplatz von Rich
043  Südmarokko. Kurz vor Alnif
045  Marokkanische Familie
046  Dorf Ait Youssef im Ziz-Tal bei Hochwasser
047  Zwischen Midelt und Errachidia
048  Gefährliche Leiter
049  Unter Tage: Bleimine bei Beni Tajjite
050  Frauen trennen Blei vom Gestein
051  In Ifri. Kasbah und Friedhof
056  Oleanderblüte im Frühling
057  Nordin testet einen Walkman
058  Post und Krankenhaus von Ait Youssef
066  Fluß-Oase "Ziz-Tal"
067  Oued Ziz: Der Fluß versickert in der Sahara
070  Von ganz oben: Gärten der Flußoase
071  Nomaden in den Bergen
074  Nomaden in den Bergen

Seite 07

076  Hassan mit kleiner Ziege
077  Nomaden
080  Eine Ziege wird geschlachtet
081  In der Nähe von Rich
082  Versorgungsladen im Dorf
083  Geschäft als Jugendtreff
084  Trockener Bachlauf
085  Durch starken Regen zerstörtes Lehmhaus
087  Markttag in Errachidia
088  Sonnenuntergang
089  Zwischen Errachidia und Erfoud: Zur Bewässerung zu mineralhaltig.
090  Straße nach Alnif
107  Flughafen von Errachidia
108  Das Rollfeld als Warteraum
112  Dorffest zum Thronjubiläum
113  Flughafengebäude: Saudiarabische Architektur
106  Das Gepäck muß selber eingeladen werden
114  Olivenmühle
115  Olivenmühle
118  In den Bergen
128  In Ait Youssef wird eine neue Moschee gebaut

Seite 08

129  Nordin wärmt sich am Feuer
130  Selbstgebautes Spielzeug
151  Maurische Landschildkröte in einer Ringelblumenwiese bei Meknes
153  Berberaffe
155  Größter Viehmarkt in der Region: Montags in Rich
156  Größter Viehmarkt in der Region: Montags in Rich
159  Wegweiser in Zagora
160  Der Dra Fluß
161  Eines der größten Dattelanbaugebiete liegt im Dra-Tal
162  Solaranlage für den Brunnenbetrieb
163  Nomaden
164  Todra Schlucht bei Tinerhir
165  Todra Schlucht bei Tinerhir
166  Ait Benhaddou bei Ourzazate
167  Ait Benhaddou bei Ourzazate
168  Amzourge (nördlich von Errachidia)
169  Amzourge (nördlich von Errachidia)
170  Said
171  Akrobatik
172  Nomadenfrau stillt ihr Kind
173  Zu Besuch bei einer Nomadenfamilie
182  Bei Beni Mellal

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183  Landschaft vor Midelt
186  Touristen begegnen Nomaden
187  Touristen begegnen Nomaden
188  Marokkos größter Wasserfall: Cascades d´Ouzoud
189  Ziz-Tal
190  Ziz-Tal
191  Nomadischer Ziegenhirte
194  Im Hafen von Essaouira
195  Sonnenuntergang vor dem Cap Sim
196  Frischer Fang
197  Alles wird frisch zubereitet
198  Wahrzeichen von Essaouira
199  Motorradtour durch Marokko
202  Said, noch zu klein um zu fahren
203  Oasengärten von Amzourge
204  Oasengärten von Amzourge
205  Dorfbewohner
206  Dorfbewohner
207  Zwischen Rich und Errachidia
208  Zwischen Rich und Errachidia
209  Thomas mit der Yamaha XT 600
211  Ziegen klettern in die Arganienbäume. (In der Nähe von Taroudannt)

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212  Ziegen klettern in die Arganienbäume. (In der Nähe von Taroudannt)
215  Mandelblüte in Ifri
216  Marokkanisches Nutztier
217  Kleine Hirten
219  Dorfmädchen
220  Cascades d’Ouzoud
221  Aushang einer Metzgerei
222  Traditionelle Heilmittel
223  In Essaouira
227  Bäckerei
230  Touristen aus Deutschland
236  Umgebung von Beni Mellal
237  Lehmhaus
238  Stausee Bin el Quidane

Seite 11

2004-01 Plantagenhaus "Dar Zitouna" in Jahre 2004
2004-02 Rückansicht
2004-03 Schlafzimmer
2004-04 Flur
2004-05 Flugplatz hinter dem Haus
2004-06 Olivenbäume
2004-07 Olivenernte
2004-08 Olivenmühle
2004-09 Mühlstein
2004-10 Ölpresse
2004-11 Nomadenfrau mit Kind
2004-12 Nomadenfrau
2004-13 In der Nähe: Salinen des Salzbrunnen
2004-14 In der Nähe: Ralley Paris-Dakar
2004-15 Ziegen und Schafe der Plantage
2004-16 Gerade geboren worden: Kleine Ziege